THW - Technische Hilfe Weltweit

Das THW ist eine Einsatzorganisation. Herzstück eines jeden Ortsverbandes ist dessen Einsatzabteilung. Ab dem 17. Lebensjahr ist die Mitwirkung als Einsatzkraft möglich. Als aktive Einsatzkraft bieten sich eine Vielzahl von Betätigungsfeldern, die wir auf dieser Seite kurz Vorstellen.

Noch mehr Informationen über unsere Einsatzabteilung finden Sie hier.

Helfer im Technischen Zug

Generalisten im THW: Fachhelfer Bergung, hier nach einer Deckenabstützung.

Die Helfer im technischen Zug stellen die Basis der Einsatzkräfte im THW dar. Mit der Grundausbildung beginnt der Einstieg für jeden Helfer im THW. Die erfolgreich abgeschlossende Grundausbildung befähigt zur Teilnahme an Einsätzen des THW. 

Nach der Grundausbildung, folgt eine fachgruppenspezifische Ausbildung im Anschluss. Welchem Fachbereich Sie sich nach der Grundausbildung zuwenden möchten ist Ihnen überlassen. In Lampertheim können Sie sich für die Mitwirkung in einer Bergungsgruppe oder für das Engagement in der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen entscheiden. 

Grundausbildung und Fachausbildung finden vollständig im  Ortsverband zu den regelmäßigen Dienstabenden statt. Hierfür muss kein zusätzlicher zeitlicher Aufwand erbracht werden. 

Während der Grund- und Fachausbildung lernen Sie alles wesentliche über Einsatztaktik, Rettungstechniken, sowei den Umgang mit der Austattung des THW kennen.

Spezialist für besondere Aufgaben

Bei Hochwasser rund um die Uhr gefragt: Maschinisten für Pumpen.
Fachkundig im Arbeiten mit dem Einsatzgerüstsystem und garantiert schwindelfrei: Fachhelfer für Abstützen, Aussteifen & EGS.
Kraneinsätze sind nur mit ausgebildeten Kranführern möglich.
Auch auf dem Wasser geht nichts ohne geprüfte Bootsführer.

Sie haben die Grundausbildung und auch die Fachausbildung abgeschlossen. Das ist Ihnen jedoch noch nicht genug. Sie möchten weitere Erfahrungen machen und Ihr THW-Wissen ausbauen. Eine Möglichkeit ist die Übernahme von Spezialaufgaben, der mit dem gleichzeitigen Erwerb von Spezialistenwissen einhergeht. Als Spezialist erweitern Sie ihr eigenes sowie das Einsatzspektrum Ihres Ortsverbandes.

Je nach Funktion erweitern Sie Ihre Kompetenzen durch Lehrgänge auf Ebene THW-Geschäftsführerbereich, THW-Landesverband, THW-Bundesschule oder einer externen Stelle.

Im THW gibt es eine Vielzahl von zusätzlichen Qualifikationen, die Sie erwerben können, typische Speizalisten im Ortsverband sind folgende Funktionen:

  • Kraftfahrer CE
  • Bootsführer
  • Atemschutzgeräteträger
  • Fachberater THW
  • Fachberater Bau
  • Maschinist Pumpen
  • Maschinist Netzersatzanlage
  • Fachhelfer Deichverteidigung
  • Fachhelfer Technische Hilfe auf Bahnalagen
  • Fachhelfer Abstützen, Aussteifen, EGS
  • u.v.m.

Führungskraft

Gruppenführer führen bis zu 18 Helfer im Einsatz.

Eine funktionierende Einsatzorganisation benötigt eine klare Führungsstruktur mit starken Führungskräften. Führungskräfte im THW zeichnen sich durch überdurchschnittliches Engagement und gute Ausbildung aus. Neben der Führung der Einheiten im Einsatz gestalten sie die Ausbildung. Sie tragen Verantwortung für den ihnen unterstellten Helfern und Gerät.

In Stresssituationen Einsatzkräfte zu führen, erfordert neben einer hohen fachlichen Kompetenz persönliche Stärke und die Fähigkeit, Menschen zu motivieren und einzuschätzen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, werden die Führungskräfte gezielt geschult und auf Einsatzsituationen vorbereitet. Zur Führungskraft können Einsatzkräfte ausgebildet werden, die ihre Fachausbildung abgeschlossen haben.

Führungskraft / Fachhelfer Auslandseinsätze

Logo der SEEBA

Selbstverständlich ist es Aufgabe des THW im Gesamten auch im Ausland technische Hilfe zu leisten. Bei einer entsprechenden Schadenslage kommen die Technischen Züge des THW auch im Ausland zum Einsatz, wie beispielsweise bei der Hochwasserkatastrophe in Frankreich im Jahre 2004.

Flankierend unterhält das THW jedoch auch speziell für Auslandseinsätze aufgestellte Einheiten. Jeder Helfer im THW kann sich für einen Platz in einer Auslandseinsatzeinheit bewerben und die speziell abgestimmte Ausbildung hierzu absolvieren.

Für Helfer des Ortsverbandes Lampertheim bieten sich vor Allem zwei Einheiten an:

In den Auslandseinsatz geht es meist mit dem Flugzeug.

SEEBA-Einheit in Darmstadt

Die SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland) wurde auf der Grundlage der bei der Erdbebenkatastrophe in Mexiko 1985 gewonnenen Erfahrungen entwickelt. Sie erfüllt die Qualitätskriterien der International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) der Vereinten Nationen und hatte mittlerweile vielfach Gelegenheit, ihre einsatztaktische Berechtigung und konzeptionelle Schlüssigkeit unter Beweis zu stellen, so zum Beispiel bei den schweren Erdbeben in Indien, der Türkei, im Iran und in Pakistan.

Die SEEBA ist weltweit einsetzbar. Da sich nach 72 Stunden die Aussichten, Überlebende zu finden, rapide verschlechtern, muss im Ernstfall schnell und präzise gehandelt werden. Nach einem Erdbeben können daher innerhalb von sechs Stunden nach Alarmierung Einsatzkräfte der SEEBA mit ihrer Ausrüstung zum Abflug am Flughafen bereit stehen. Die Alarmierung erfolgt im Regelfall über das Bundesministerium des Innern. Finanziert werden diese Einsätze vom Auswärtigen Amt.

Die Ausrüstung der SEEBA ist in Leichtmetallkisten verpackt und kann so in herkömmlichen Verkehrsflugzeugen transportiert werden. Die vollständige Ausrüstung wiegt 15 Tonnen bei einem Volumen von 75 cbm. Sie beinhaltet die notwendige Rettungsausstattung, Ortungsgeräte, die Camp- und Logistikausstattung mit Stromerzeuger, medizinische Ausstattung zur Erstversorgung sowie Verpflegung für zehn Tage. Je nach verfügbarer Lufttransportkapazität können kleinere Fahrzeuge oder Anhänger ins Schadensgebiet mitgenommen werden.

2005 waren Einsatzkräfte des THW mit Großpumpen in New Orleans (USA) im Einsatz, nachdem Hurrikan Katrina die gesamte Stadt verwüstet hatte. Im Bild: LKW des THW vor dem Superdome in New Orleans.

HCP-Modul des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Bei Hochwasser und Überflutungen kommt es auch international auf schnelle Hilfe an. Das THW stellt hierfür im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens acht High Capacity Pumping Modules (HCP) zur Verfügung.

Zur Ausrüstung eines HCP-Moduls gehören Hochleistungs-Wasserpumpen mit einer Leistung von bis zu 15.000 Litern pro Minute. Dabei kann das Wasser über eine Distanz von bis zu 1.000 Metern gepumpt werden. Die HCP-Module sind zwölf Stunden nach Alarmierung einsatzbereit, können auch in schwierigem Gelände arbeiten und sind autark einsetzbar, können sich also selbst versorgen.